28.08.2018

Ohne Analyse geht es nicht

Big Data ist ein großes Zukunftsthema, auch in der Versicherungsbranche. Doch das Erfassen und die Digitalisierung von Daten allein generiert noch keinen Mehrwert: Erst durch eine effiziente Datenanalyse kann das Potenzial für den Personenschaden ausgeschöpft werden. Wo ACTINEO dabei Akzente setzt, erklärt Sebastian Steinfort, Leiter Business Intelligence (BI) beim deutschen Marktführer für die Digitalisierung und medizinische Einschätzung von Personenschäden. 

AM PULS: Herr Steinfort, wie sieht BI bei ACTINEO aus?

Sebastian Steinfort: Business Intelligence hat bei ACTINEO zwei Richtungen: Zum einen geht es um die Unterstützung unserer Kunden in den Schadenregulierungsprozessen, zum anderen darum, unseren eigenen Workflow und die Arbeitsprozesse zu optimieren. Gefragt sind einfache Lösungen unter Einbeziehung der geltenden Datenschutzrichtlinien.

AM PULS: Was sind zurzeit Ihre dringlichsten To-dos als Leiter BI bei ACTINEO?

Sebastian Steinfort: Sieht man sich im Bereich Personenschaden die vorhandenen Daten und deren Verarbeitung an, zeigt sich, dass wir die Automatisierung der Datenerfassung rasch vorantreiben müssen. Sie muss noch stärker unter dem Aspekt Auswertbarkeit erfolgen. Dies ist eine Grundvoraussetzung, um Daten sinnvoll analysieren und die Möglichkeiten effizient nutzen zu können.

AM PULS: Was heißt das für die Kunden von ACTINEO, wie profitieren sie?

Sebastian Steinfort: Bei der Rechnungsprüfung werden wir die nächste Stufe der Digitalisierung erreichen und so die Potenziale für Kosteneinsparungen noch besser ausschöpfen. Ferner haben wir das ACTINEO Personenschaden Cockpit entwickelt. Es stellt unseren Kunden unter anderem ein auf ihre Anforderungen individuell anpassbares Dashboard bereit, mit dem sie ihre Personenschadenfälle nutzerfreundlich steuern können. Der Kunde hat dann über seinen Zugang nicht nur einen direkten Überblick über den Stand der Bearbeitung und der Kürzung, sondern verfügt zudem über vielfältige Controlling-Anwendungen. Der ACTINEO Fast Track ist ein weiteres digitales Produkt, das wiederum webbasiert die Schnellregulierung von Personenschäden ermöglicht. Es zielt darauf ab, Bagatell- und leichte Fälle – und diese stellen immerhin die Mehrheit der Schadenmeldungen – teilautomatisiert abzuwickeln.

Nicht alle Prozesse lassen sich digitalisieren. Aber: Der Workflow lässt sich verkürzen, Schritte im Bearbeitungsprozess können wegfallen. Der Kunde schickt nur noch die Dokumente, ACTINEO gibt die Daten ein und liefert auf der großen Datenbasis Prognosen und Empfehlungen über Heilverläufe und Schmerzensgelder.

AM PULS: Schlagwort Predictive Modelling: Welche Möglichkeiten bieten sich hier für das Personenschadenmanagement?

Sebastian Steinfort: Mit den auf Basis unserer Daten neu entwickelten prädiktiven Modellen können wir automatisch Schmerzensgeldempfehlungen erstellen. Außerdem generieren wir mithilfe von Vorhersagemodellen Vorschläge für eine wahrscheinliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit auf Einzelschadenbasis.

AM PULS: Wo liegen die Grenzen bei der Datenanalyse und ihrer Anwendung im Personenschaden?

Sebastian Steinfort: Wo die Grenzen des Machbaren liegen oder ob es überhaupt welche gibt, lässt sich nur schwer prognostizieren. Wenn, dann sind es wohl eher ethische Aspekte, die zu Beschränkungen führen. Ich vermute jedoch, dass sich diese Haltung allgemein verschieben wird und dass die Menschen irgendwann künstlicher Intelligenz, die ja auf großen Datenmengen basiert, vermehrt Vertrauen schenken werden – aktuelle Umfragen bestätigen dies.

AM PULS: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Quelle: AM PULS, Das ACTINEO-Kundenmagazin, 05, März 2018