15.12.2020

Neu: Simulationstool im Reservierungsrechner

Regelmäßig stehen Haftpflichtversicherer zum Jahresende vor der gleichen Herausforderung: Die zuvor gesetzten Personenschadenreserven in ihren Schadenportfolios müssen an die tatsächlichen Marktgegebenheiten angepasst werden. Dieser jährliche, im Rahmen der Bilanzierung notwendige Arbeitsschritt ist in vielen Häusern ein hochgradig manueller Vorgang, der erhebliche Ressourcen bindet. Ein neues Simulationstool im Reservierungsrechner von ACTINEO vereinfacht die alljährliche Reserveüberprüfung und -anpassung in den Versicherungsunternehmen und trägt damit zu einer erheblichen zeitlichen Entlastung in den Schadenabteilungen bei.

Simulationsrechnungen

Im Simulationsmodul des Reservierungsrechners im ACTINEO Personenschaden Cockpit können unterjährig und am Jahresende für das gesamte Portfolio, für einzelne Kostenarten und für bestimmte Schadenkonstellationen Simulationsrechnungen mit unterschiedlichen Kapitalisierungs- und Dynamisierungszinssätzen durchgeführt werden. Auch die Simulation einer prozentualen Erhöhung der Reserven, bezogen auf eine oder mehrere Kostenarten im Gesamtportfolio, ist möglich. Ist beispielsweise bekannt, dass sich die Heilbehandlungskosten in einem Verletzungsbild in den kommenden Jahren um 30 Prozent erhöhen werden, können die entsprechenden Fälle automatisiert gefiltert und für diese Schäden die Reserven über die Eingabe von Steigerungssätzen entsprechend der Erwartung erhöht werden.

Gleiches gilt für einen Inflationsausgleich im gesamten Portfolio. Das Simulationstool zeigt sodann die kumulative Implikation der Adaption auf das Gesamtportfolio des Versicherers in Euro. Das Tool ist somit eine sehr effiziente Grundlage für die jährlich stattfindende Reserveüberprüfung und -anpassung in den Versicherungsunternehmen. Unterreservierte Fälle werden zuverlässig erkannt und Anpassungen können schnell und unkompliziert ohne aufwendige Einzelaktenprüfung für das gesamte Portfolio oder Teile hieraus nach unterschiedlichen Kriterien umgesetzt werden.

Rückversicherungsgrenzen

Rückversicherungsgrenzen werden hierbei natürlich beachtet. Findet, um beim Beispielfall zu bleiben, eine 30-prozentige Anpassung der Heilbehandlungskosten für bestimmte Schadenkonstellationen im Portfolio statt, überprüft das System anhand des hinterlegten Rückversicherungsprogramms jeden einzelnen angepassten Schaden in Hinblick auf die Überschreitung der Rückversicherungsgrenze. Meldefälle werden somit zuverlässig erkannt.

Einsatz findet das Simulationstool auch in der Vorbereitung von Abfindungsverhandlungen, indem für einzelne Schäden für die unterschiedlichen Kostenarten Simulationen mit verschiedenen Kapitalisierungs- oder Dynamisierungszinssätzen durchgeführt werden. Auch unterschiedliche Lebenserwartungen können hier abgebildet werden.

Die Simulation kann in allen Fällen nach erfolgter Freigabe durch eine entsprechend autorisierte Stelle beim Versicherungsunternehmen für das gesamte Portfolio übernommen werden. Auch diese Anpassungen der Reserve werden revisionssicher dokumentiert und mit entsprechenden Kommentarfeldern versehen.

Übertragung von Daten

Die Übertragung der angepassten Daten aus dem Reservierungsrechner in das Schadensystem des Versicherungsunternehmens erfolgt entweder automatisiert bei existierender Schnittstelle oder durch manuelles Einspielen der Daten, sollte eine Schnittstelle nicht vorhanden sein.

Das Simulationstool steht den Nutzern des ACTINEO Personenschaden Cockpit in Verbindung mit dem Reservierungsrechner ab Sommer 2021 zur Verfügung. Ein früherer Projektstart zur Befüllung des Reservierungsrechners mit bestehenden Reserven und Falldaten erscheint sinnvoll. Bei der Befüllung und dem Aufsetzen des Reservierungsrechners unterstützt ACTINEO seine Kunden mit Know-how und Ressourcen.

Über den Reservierungsrechner

In seiner Basisfunktionalität liefert der Reservierungsrechner im ACTINEO Personenschaden Cockpit dem Haftpflichtversicherer eine vollständige Transparenz über sämtliche Personenschadenreserven im Unternehmen. Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter berechnen je Kostenart die Reserven mithilfe des Reservierungsrechners, basierend auf einheitlichen, normierten und transparent abgebildeten Berechnungsmethoden, die in dem Tool hinterlegt sind. Dies gilt sowohl für die Erst- als auch für Folgereserven. Die Reservierung erfolgt direkt im Tool und wird auch dort revisionssicher archiviert. Ein Mehraufwand für Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter im Vergleich zu heute gängigen manuellen Reservierungsprozessen existiert nicht, da die manuelle beziehungsweise Excel-basierte individuelle Reservesetzung durch eine maschinell unterstützte Reservesetzung im Reservierungsrechner ersetzt wird. Es handelt sich dabei aber nicht etwa um eine maschinell berechnete Reserve, sondern ausschließlich um standardisierte Rechenwege und die direkte Erfassung und Archivierung der Daten und Ergebnisse in dem Tool.

Werden alle Schäden in dem Reservierungsrechner erfasst und reserviert, verfügt der Haftpflichtversicherer im Anschluss über eine hundertprozentige Transparenz hinsichtlich der kalkulierten Reserven sowie deren Fortschreibung.

Es besteht selbstverständlich die Möglichkeit eines flankierenden Reservecontrolling durch das Anspielen von Zahldaten, die ebenfalls nach Kostenarten differenziert im Reservierungsrechner abgebildet werden. Die Zahldaten werden bei einer existierenden Systemanbindung taggleich aktualisiert. Sofern keine Systemanbindung besteht, werden die Zahldaten üblicherweise wöchentlich über einen Datenimport aktualisiert.

Im Controlling werden unterjährig auf diese Weise unterreservierte Schäden erkennbar. Unterreservierungen werden bei entsprechender Buchung je Kostenart abgebildet.

Klicken Sie HIER, um unser VIDEO über den Reservierungsrechner zu öffnen.